Feldherpetologie

Begriffsdefinition Feldherpetologie – Eine Kurzfassung

Amphibienkescher

Amphibienkescher, ein Handwerkszeug des Feldherpetologen. Foto: A.Geiger

Die Feldherpetologie ist von der ursprünglichen Bedeutung als ein im freien Felde tätiger Forscher mit der Kartierung, der Dokumentation und der faunistische Bewertung (Arealkunde) der vorgefundenen Amphibien- und Reptilienarten in die jetzige Tätigkeitsform des Begriffs „Feldherpetologie“ erweitert worden um die Freilandökologie mit der angewandten Seite, dem Lurch- und Kriechtierschutz. Diese umfassen die naturschutzfachlichen Arbeitsbereiche: Gefährdungsanalyse, Maßnahmenvorschläge und Wirkungsüberprüfung der durchgeführten herpetologischen Artenschutzmaßnahmen, ferner die fachliche Mithilfe bei der Unterschutzstellung von amphibien –bzw. reptilienkundlich bedeutsamen Gebieten (z.B. Natura-2000-Gebiete). Sowie die Erarbeitung der Roten Listen der gefährdeten Amphibien- und Reptilienarten, die  Erstellung von Fachinformationssystemen, in der aktuellen Form der Internetpräsentation, wobei diese Öffentlichkeitsarbeit eine zunehmend größere Rolle spielt (vgl. Kabisch 1990).

Begriffsdefinition Feldherpetologie – erweiterte Fassung

Die Feldherpetologie ist eine Teildisziplin der Herpetologie (Lurch- und Kriechtierkunde). Der im Felde tätige Forscher befasst sich mit der Kartierung, der Dokumentation und der faunistischen Bewertung (Arealkunde) der vorgefundenen Amphibien- und Reptilienarten. Das Tätigkeitsfeld wurde mit der Freilandökologie um die angewandte Seite, dem Lurch- und Kriechtierschutz, erweitert (vgl. Kabisch 1990).

Diese neue „Feldherpetologie“ umfasst die naturschutzfachlichen Arbeitsbereiche:Gefährdungsanalyse, Maßnahmenvorschläge und Wirkungsüberprüfung der durchgeführten herpetologischen Artenschutzmaßnahmen und die Dokumentation von Arten und ihren Gefährdungen und Schutzmöglichkeiten in kleineren Untersuchungsräumen. Auch die fachliche Mithilfe des Feldherpetologen bei den naturschutzfachlichen Aufgaben der wissenschaftlichen Einrichtungen eines Landes, zum Beispiel den jeweiligen Landesanstalten oder -ämtern für Natur (-schutz) bei der Unterschutzstellung von amphibien- bzw. reptilienkundlich bedeutsamen Gebieten (z.B. Natura-2000-Gebiete). Durch die Erarbeitung der Roten Listen der gefährdeten Amphibien- und Reptilienarten eines Bundeslandes oder auf der gesamten Bundesfläche wirken die Feldherpetologen bei der Erstellung entscheidender Fachgrundlagen des amtlichen Naturschutzes mit. Dazu gehören auch die Erarbeitung der wissenschaftlichen Grundlagen und Methoden, sowie die Mitarbeit bei der Erstellung von Fachinformationssystemen, die in der aktuellen Form der Internetpräsentation für die Öffentlichkeitsarbeit eine zunehmend größere Rolle spielt.

Die Feldherpetologen haben sich zu Fachgruppen zusammengeschlossen und sind i.d.R. auf der politischen Ebene eines Landes tätig. Daneben gibt zwei Fachverbände auf Bundesebene, der eine hat seine Heimstadt innerhalb eines großen Naturschutzverbandes („NABU Bundesfachausschuß für Feldherpetologie und Ichthyofaunistik“, mit ihren Länderuntergliederungen) oder unsere „AG Feldherpetologie und Artenschutz“ bei der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde. Wir sind nach § 20 BNatSchG anerkannte Verbände.

Das Gros der Feldherpetologen ist ehrenamtlich tätig und kommt aus den ehrenamtlichen Naturschutzverbänden oder hat ohne Verbandszugehörigkeit ein Interesse an den heimischen Amphibien und Reptilien. Die Arbeitsgemeinschaften auf der Landesebene streben traditionell eigene Ziele an, so die Erarbeitung einer Landesherpetofauna oder die Organisation von Jahrestagungen oder Exkursionen zu speziellen oder allgemeinen Fragen des herpetologischen Artenschutzes. Des Weiteren unterhalten sie ihre eigenen Informationsplattformen im Internet oder geben eigene wissenschaftliche Schriftenreihen heraus. Als Beispiel sei die DGHT-Schriftenreihe „Mertensiella“ genannt, die eine Reihe von Art-Tagungsbänden enthält, die auf die Arbeit unserer AG Feldherpetologie und Artenschutz zurück geht.

Autor: Arno Geiger